ZILLO Magazin

ZILLO Magazin 7/2003 - Rezi zur EP "sign of being"

"Die sogenannte Deutsche Todeskunst hat um die elektronische Seite der Musik bisher einen Bogen gemacht. Die Hallenser Band Fight The Cause versucht das mit ihrer EP "Sign of Being" zu ändern.
Ein Schaffen im Spannungsfeld von Goethes Erben, Trümmerwelten und DAF kennzeichnet diese Sechs-Track-CD des Duos Ralos und Rawboned, wobei man sich vor allem bei der Produktion reichlich Mühe gegeben hat. Die einzelnen Tracks wirken von musikalischer Seite her gefällig, dürfte aber einigen Hörern beim Gesang Probleme bereiten. Zum einen wirken die zwei deutsch vorgetragenen Lieder nicht besonders einfallsreich, zum anderen versucht man bisweilen mit einem doch übertriebenen Verstellen der Stimme betont böse zu wirken. Dabei hätten Fight The Cause solche Spielchen gar nicht nötig, wenn sie sich auf ihre Stärken konzentrieren würden. Diese liegen in der Detail- und Experimentierfreudigkeit sowie in der stilistischen Offenheit der Band und sollten beim kommenden Album tunlichst ausgebaut werden.
Marc Urban " ZILLO- Musikmagazin, Ausgabe 7/2003

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ZILLO Magazin 8/9-2003 - Bandvorstellung zur ZILLOscope-CD (Track SEELE)

ALS MUSIKALISCHE GREENHORNS VERSUCHEN DIE MEISTEN BANDS, IHREN BEKANNTHEITSGRAD ZUNÄCHST ÜBER REGIONALE KONZERTE ZU VERGRÖSSERN, BEVOR SIE SICH AN EINE PLATTENFIRMA WENDEN. ANDERERSEITS IST ES EXTREM SCHWER, OHNE DIE NÖTIGE POPULARITÄT ÜBERHAUPT AN AUFTRITTSMÖGLICHKEITEN ZU KOMMEN. EIN TEUFELSKREIS ALSO, IN DEM AUCH DIE HALLENSER BAND [ FIGHT THE CAUSE ] STECKT. DENNOCH BLEIBT MAN HARTNÄCKIG UND WILL LANGFRISTIG SOWOHL DAS EINE ALS AUCH DAS ANDERE ÜBEL AUSMERZEN.

AUDIO VISUELLE TODESKUNST

Gegründet vor gut 7 Jahren ist es auch genau diese Hartnäckigkeit, die das Duo
RaloS (Gesang, Programming) und Rawboned (Keyboards) immer wieder antreibt. Auch wenn es gerade in Bezug auf Konzerte einen weiteren Pferdefuß gibt: "Weil wir eine Show mit sehr großem Aufwand auf die Bühne bringen, sind wir entweder zu teuer für die Veranstalter oder aber es gibt wegen der Pyro- Elemente Einschränkungen aufgrund der Sicherheitsbestimmungen am Auftrittsort.", verraten RaloS und Rawboned. "Somit waren die Gigs bisher doch eher spärlich verteilt, was natürlich nicht gerade zur Steigerung des Bekanntheitsgrades beiträgt. Andererseits können und wollen wir auf die Show nicht verzichten, schließlich ist sie ein elementarer Bestandteil unseres Konzeptes. "Maßgeblich eingebettet in dieses Konzept ist der Pyrotechniker Pyrat, der längst als festes Mitglied zu [ fight the cause ] zählt. Zwar hat er weder am ersten Album "expect nothing" noch an der gerade erschienenen EP "sign of being" musikalisch mitgewirkt, dennoch ist man seit seines Einstiegs bei [ fight the cause ] im Jahr 2000 nicht zuletzt wegen seiner (pyro)- technischen Fähigkeiten inzwischen nicht mehrgewillt, auf ihn zu verzichten. Dafür setzt das Konzept von
[ fight the cause ] einfach zu sehr auf die Verbindung von Musik und Effekten. Eine adäquate audiovisuelle Umsetzung ist für die Band bei Konzerten somit äußerst bedeutsam. Auch wenn man natürlich weiß, dass nicht jeder Konsument diesem Konzept wird folgen können. "Sicherlich ist es so, dass eine Vielzahl von Leuten sich keine eingehenden Gedanken über ein Konzept macht", ist sich das Trio dann auch sicher. "Gerade wenn man live spielt, ist es ja so, dass das Publikum oftmals nicht weiß, was eigentlich der Sinn unserer Show ist. Aus diesem Grund wird es auf unserem kommenden Album "Get All" auch einige deutsche Songtexte geben, was ein Verständnis unseres Grundanliegens wesentlich vereinfacht. Die visuelle Umsetzung ist einerseits zur Unterstützung/ Untermalung/ Verdeutlichung der Songs da. Andererseits haben wir aber eben auch keine Lust, live nur so einfach auf der Bühne zu sein. Dies ist der Grund, warum wir auf die Show nicht verzichten wollen: sie ist die Möglichkeit, dem Zuschauer eine Chance zugeben zu erkennen, was hinter dem Ganzen steht. Wen dies nicht interessiert, der hat halt einfach eine gute Zeit, kann tanzen und bekommt visuell noch etwas geboten für sein Eintrittsgeld." Vor allem, wenn sich sein Musikgeschmack im Bereich von Bands wie DAS ICH, GOETHES ERBEN und TRÜMMERWELTEN bewegt, wobei [ fight the cause ] mehr elektronische Akzente zu setzen versuchen.
Marc Urban, Redaktion Zillo, Heft 8/9-2003